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Freunde oder Rivalen? Katzenverhalten richtig deuten (Teil 4)

Im letzten Teil unserer Serie sind wir auf die Körpersprache von Katzen eingegangen, die sie als Ausdrucksmittel verwenden, um sich ihrer Umgebung mitzuteilen. Heute möchten wir euch konkret zeigen, welches Verhalten Katzen in der Katzengruppe zeigen, wenn sie sich gut verstehen bzw. woran ihr mögliche Konflikte erkennen könnt.

Neben diesem Blogbeitrag "Wer passt zu wem? Katzen Streit vermeiden (Teil 1)" geben wir euch in insgesamt 6 Blog-Beiträgen Tipps aus Sabine Schrolls langjähriger Erfahrung als Tierärztin, Verhaltensmedizinerin. Sie ist außerdem Katzenmama von 4 wundervollen Abessinier-Jungs.

 

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Was sagt das Verhalten eurer Katzen über ihre Beziehung?

Vorweg sei gesagt: Auch Katzen, die sich sehr gut verstehen, verbringen nicht den kompletten Tag miteinander, sondern genießen auch Zeit allein.

 

Innige Freundschaft

erkennt ihr unter anderem an folgenden Dingen:

  • Die Katzen begrüßen sich, putzen sich gegenseitig, liegen gerne und oft zusammen auf ihren Ruheplätzen und suchen auch ansonsten sehr häufig den Kontakt zueinander.
  • Ist eine Katze nicht da, weil sie beispielsweise zum Tierarzt musste, sucht die Zweitkatze nach ihr.
  • Sie spielen ausgiebig miteinander.
  • Wenn es mal etwas ruppiger zugeht, vertragen sie sich schnell wieder und suchen nach kurzer Zeit auch wieder den Kontakt zueinander.
  • Sie streiten sich nicht um Ressourcen wie Toiletten und Futter, sondern finden Lösungen, diese gemeinsam zu nutzen.

Das Zusammenleben in einer WG

Verstehen sich die Katzen gut und wohnen im Sinne einer WG zusammen, erkennt ihr das zum Beispiel an folgendem Verhalten:

  • Die Katzen suchen durchaus den Kontakt zueinander und begrüßen sich auch kurz durch Blickkontakt oder Schnuppern.
  • Die Vierbeiner meiden Begegnungen nicht, auch wenn sie ansonsten eher höflich distanziert miteinander umgehen.
  • Sie liegen nicht eng aneinander gekuschelt im Korb, aber durchaus im gegenseitigen Distanzbereich, also etwa ein bis zwei Meter voneinander entfernt.
  • Intensives gegenseitiges Putzen findet nicht statt, aber gelegentliches Belecken.
  • Auch zusammen gespielt wird eher selten.

Wenn Katzen nebeneinander am Futternapf sitzen, ist das nicht unbedingt ein Zeichen für eine gute Beziehung, sondern in vielen Fällen einfach dem Umstand geschuldet, dass es nur eine Futterstelle gibt, die sich die Vierbeiner teilen müssen.

 

Mehrkatzenhaushalt-10 Foto: Sabine Schroll

 

Probleme im Mehrkatzenhaushalt

Verstehen sich die Vierbeiner nicht so gut, erkennt man dies natürlich an offensichtlichen Symptomen wie Kämpfen, Knurren und offen ausgetragenen Aggressionen untereinander. Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe von nicht ganz so offensichtlichen Merkmalen, die auf eine gestörte Beziehung hinweisen.

Katzen, die bedrohend auf andere Katzen einwirken, können unter anderem folgendes Verhalten zeigen:

  • BLOCKIEREN: Der Vierbeiner sitzt an Zugängen, Wegkreuzungen oder vor der Toilette und blockiert so den Zugang zu wichtigen Ressourcen oder bevorzugten Orten der anderen Katze.
  • VERSCHEUCHEN/ JAGEN Oder er vertreibt die Zweitkatze direkt von ihren Sitzplätzen bzw. attackiert sie an Orten, an denen sie keine Ausweichmöglichkeit hat.
  • ANSTARREN: Die Katze starrt die Zweitkatze unverhohlen über einen längeren Zeitraum und auch über größere Entfernung an.
  • DIREKTE ANGRIFFE: Die Beschwichtigungssignale und der Wille der anderen Katze, aus dem Weg zu gehen, wird nicht respektiert. Neben der subtilen Bedrohung erfolgen irgendwann auch direkte Angriffe.
  • KÖRPERLICHE SIGNALE Die Katze zeigt körperliche Signale wie häufiges Schwanzschlagen, angelegte Ohren etc., wie wir sie im Artikel über das Ausdrucksverhalten beschrieben haben.
  • HARNMARKIEREN ist ebenfalls möglich.

 

Foto: Sabine Schroll Foto: Sabine Schroll

 

Katzen, die unter einer anderen Katze leiden müssen, erkennt man oft an folgendem Verhalten:

  • RÜCKZUG: Die Katze zieht sich immer mehr zurück. Das zeigt sich zum Beispiel beim Spielen. Es wird nur noch gespielt, wenn sie weiß, dass die bedrohende Katze nicht in der Nähe ist. Auch grenzt sie ihren Bewegungsraum immer mehr ein und bleibt irgendwann nur noch komplett in einer kleinen Rückzugszone, so sie diese hat. Sind die Menschen anwesend, ist es allerdings auch möglich, dass sich der Vierbeiner dann sicherer fühlt und die Räumlichkeiten mehr nutzt.
  • AGGRESSIONEN: Begegnungen mit der bedrohenden Katze arten für den Vierbeiner in Stress aus. Sie artikuliert sich mit Fauchen und Knurren, erstarrt, ergreift die Flucht oder geht direkt vorsorglich in einen Angriff über.
  • STRESSSYMPTOME Stress bei der bedrohten Katze kann sich auch körperlich oder psychisch äußern. Von Abmagerung, Übergewicht, Blasenentzündung bis hin zu Unsauberkeit oder gesteigertem Putzverhalten ist vieles möglich. Zeigt eine eurer Katzen ein solches Verhalten und lässt sich dies nicht durch den Tierarzt begründen, ist es an der Zeit, die Beziehungen in der Katzengruppe gründlich zu analysieren.

Im nächsten Teil unserer Reihe, zeigen wir euch, wie ihr Konflikten im Mehrkatzenhaushalt vorbeugt.

Mehr zum Thema

Mehr Infos zum Thema "Katzen streiten sich" auf der Website.

Blogartikel (Teil 1) Katzen Streit vermeiden - Wer passt zu wem? 

Blogartikel (Teil 2) Katzen zusammenführen - 2 mögliche Strategien fürs erste Date 

Blogartikel (Teil 3) Katzen Streit - So zeigen Katzen, dass sie sich nicht verstehen

Blogartikel (Teil 4) Freunde oder Rivalen? Katzenverhalten richtig deuten

Blogartikel (Teil 5) Katzen Streit - Diese Katzenausstattung brauchst du, um Rivalität vorzubeugen

Blogartikel (Teil 6) Katzen Streit - SOS-Tipps, wenn der Haussegen schief hängt


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Sabine-Schroll

Die Beitragsserie entstand in Zusammenarbeit mit Sabine Schroll, Tierärztin mit Spezialisierung auf Verhaltensmedizin, arbeitet in einer reinen Katzenpraxis in Österreich und teilt ihr Zuhause mit einer Boygroup aus 4 Abessinier-Katern.

Zum Mehrkatzenhaushalts-Buch “Aller guten Katzen sind...?”

 

Foto: Sabine Schroll

 

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